| Y Not Aktuell |
|||
Western Samoa | 01-09-2010 | |||
|
Immer den Winddrehungen folgend segeln wir in Schlangenlinien hoch am Wind gen Norden. Am 18.8. haben wir in Tonga abgelegt und kommen nach 36 Stunden am 18.8. in Apia, Samoa an! Nein, kein Druckfehler, die Datumsgrenze, über die wir zurück gesegelt sind, macht’s möglich! „Samoa ist auf Gott gebaut!“ So steht es hier in der Verfassung. Und das ist bereits von weitem an den vielen weiß gekalkten Kathedralen zu erkennen. In der Tat, hier sind alle christlichen Konfessionen und Sekten vertreten, die man sich vorstellen kann. Wir haben noch nie so viele Kirchen auf einem Fleck gesehen wie hier. Selbst Tonga kann da nicht mithalten. Und es werden immer noch welche gebaut. Die Diskrepanz zwischen den eher bescheidenen Behausungen der Dorfbewohner und ihren vergleichsweise protzigen Kirchen lässt sich wohl nur verstehen, wenn man die Gesellschaftsstruktur der Samoaner kennt. Tradition und Hierarchie bestimmen das Zusammenleben. Der soziale Mittelpunkt sind die Großfamilie und die Dorfgemeinschaft. In ihnen hat letztlich der Chief, „Matai“ genannt, das Sagen. Er kümmert sich um alles, von der für westliches Empfinden drastischen Bestrafung besoffener Randalierer bis zur Landverteilung und eben zum Bau einer neuen Kirche. Intimsphäre und Privatbesitz sind weitgehend unbekannt. Mit seinem dichten tropischen Regenwald, Kokosplantagen, Wasserfällen und Kraterseen, weiten Sandstränden und türkisfarbenen Lagunen entspricht Samoa(West) weitestgehend den Vorstellungen vieler Reisender vom friedlichen, verträumten Südseeparadies. Die Insel Upolu bildet mit der Hauptstadt Apia das Wirtschafts- und Regierungszentrum Samoas. Entlang der vor einem Jahr vom Tsunami total verwüsteten Ostküste beginnen wir unsere Erkundung. An der Südseite finden wir malerische Buchten mit Palmen an weißen Sandstränden, eingerahmt von schwarzen Lavafelsen. Kein Wunder dass hier so manche Südsee-Romanze verfilmt wurde. Ein paar gehobene Resorts machen sich inzwischen breit. Von Touristenrummel kann man aber noch lange nicht reden. Am nördlichen Ende von Upolu liegt Manono. Das verträumte Inselchen ist nur mit einem kleinen Wassertaxi zu erreichen und hat weder eine Strasse noch Autos. In ca. 2 Stunden kann man sie umrunden, mit den freundlichen Menschen plaudern und die ausgesprochen friedvolle Atmosphäre auf sich wirken lassen. |
||||